Hans-Roderich Hillen
geboren 12.3.1936, gestorben 18.2.2006


Mein Vater ist am 18.2. um 12.03 im Krankenhaus Siegburg, Intensivstation 23, verstorben, ohne das Bewusstsein wieder zu erlangen, nachdem er am 15.2. urplötzlich einen Herz- und Atemstillstand erlitt.


Samstag, 18.2.2006 spätnachts

Ich möchte Euch mitteilen, daß mein Vater heute um 12 Uhr, im engsten Kreise seiner Familie, versehen mit den Sakramenten seines Glaubens, in Würde und Frieden gegangen ist.

Ich habe die Nachtwache bei Ihm gehalten, ich habe einen Pfarrer für ihn geholt, der ihm die Krankensalbung und auf meinen Wunsch hin die Sterbesakramente erteilte. In der Minute seines Todes war seine Familie bei ihm, meine Mutter, ich, mein "Ziehbruder" Markus Engels, meine Cousine als Vertreterin der Familie Hillen und ihr Ehemann sowie der Pfarrer von vergangener Nacht.

Ich habe seine Hand gehalten, als es zu Ende ging, ich habe jeden Herzschlag in meinen Fingern gespürt, bis Ruhe und Frieden einkehrte und es vorbei war. Ich bedanke mich für die Würde, mit der er gehen durfte, versehen mit den Sakramenten seines Glaubens und ganz bestimmt in einem Augenblick, der für ihn ein glücklicher war - im Zusammensein mit meiner Mutter und meinem Bruder in dieser letzen Sekunde, als er noch Dinge wahrnehmen konnte.

Er ist einer der wenigen, der sein Schicksal erfüllen durfte, ich bin sicher daß sein Gott es so für ihn gefügt hat - er war immer fest im Vertrauen auf Gott und die Kirche, trotz allem was ihm im Laufe seines Lebens Sorgen oder Kummer bereitet hat.

Ich denke, wenn ich zurückblicke auf das vergangene Jahr, daß es ein gutes Jahr für Ihn war.

Er hat gesehen, daß es Harald soweit gut ging, hat sich gefreut, daß Mama gesundheitlich ganz gut zurechtkam, daß seine Enkelchen erfolgreich ihrem Beruf nachgehen; er hat gesehen, daß es mir besser ging; er hat, so glaube ich, in diesem letzen Jahr einiges tun können und erlebt, was ihm Freude und Spaß gemacht hat.

Ich glaube, er hat nicht viele "Rechnungen offen" .... er weiß, da bin ich sicher, daß er geliebt wurde und geliebt wird. Was er vielleicht nicht weiß, ist, welche Lücke er hinterlässt.

Vielleicht hat sein Gott, an den er immer geglaubt hat, was auch immer passiert ist, ihm - der immer auch irgendwie auf der Suche war - als letztes Ausgeglichenheit, vielleicht sogar Zufriedenheit geschenkt und vielleicht hat ihn dieser Gott dieses letzte gute Jahr, das wie ein Blitz an seinen Augen vorbeigezogen sein mag, nochmals in voller Blüte erleben lassen.

Und so ist es gut für ihn. Es hilft mir in meiner Hilflosigkeit, fest daran zu glauben, daß er in Liebe und der Sicherheit, daß es gut, -daß es für ihn vielleicht sogar  ein guter Zeitpunkt war-, gegangen ist. Ich glaube an dieses letzte Geschenk. Ich weiß nicht, wie weit der Weg ist, den er zum jetzigen Zeitpunkt zurückgelegt hat - ich weiß auch nicht, wo er hinführt. Aber ich hoffe, daß es gut ist für ihn.