Ein Märchen aus "1000 und einer Geschichten"
Die Geschichte der Närrin Ulli von Esch und Bach, Teil I
Ein Märchen aus unseren Tagen, eine Geschichte die das Leben schrieb:
Von Liebe und Hass, von Leben und Tod und Leid.....und einem Land, das wächst und gedeiht und Hoffnung gibt.
Es war einmal ein Närrin mit Namen Ulli, welche kam aus dem Lande zwischen der Esche und dem Bach. Von dieser und dem Lande Murof-Sybur erzählt diese Gechichte in mehreren Teilen, dieser hier ist der erste:


Wie alles begann:

Eines Tages kam die Närrin in ein fremdes Land mit Bewohnern, die freundlich miteinander umgingen.

Die Närrin wurde Teil des Hofes der schönen Prizessin Ybur, die Ihr Land mit Namen Murof-Sybur mit sanfter, aber falls notwendig, auch harter Hand regierte -  das Volk war ihr aber treu ergeben, weil sie die Menschen verzauberte, kaum daß man sich ihr näherte. Der Zauber war sogar spürbar, ohne daß man die Prinzessin von Angesicht zu Angesicht sah.

Von nah und fern kamen die Menschen gereist, wenn die Prinzessin ihre Freunde einmal im Jahre zusammenrief, um zu feiern, froh zu sein, alte Freundschaften zu erneuern und neue Freundschaften zu schließen. Diese Feste waren der Höhepunkt des Jahres und alle freuten sich darauf - denn es war ihnen wichtig, der Prinzessin und allen anderen nahe zu sein.

Nun hatte die Prinzessin einen Prinzen gefunden, der als ihr Gefährte das Land regierte - er schwor der Prinzessin, ihr zur Seite zu stehen in guten wie in schlechten Tagen und sie liebten sich sehr.

Es begab sich aber, daß die Prinzessin erkrankte und alle Weisen, die gerufen wurden, sie zu heilen, konnten ihr nicht helfen. Als die Kräfte der Prinzessin nachließen, trug der Prinz sie auf Händen, wenn sie nicht mehr gehen konnte und schaffte alles bei, von dem er hoffte, daß es ihr Linderung und Heilung geben könnte.

Doch die Prinzessin starb - und das Volk fragte sich ängstlich, wie es denn nun weitergehen sollte mit dem Land Murof-Sybur  - nun, da die Prinzessin nicht mehr da war, sie zu führen und zu leiten.

Der Prinz, der in dem Maße, wie die Kräfte der Prinzessin schwanden, die Führung des Landes in ihrem Sinne, aber auf seine Art, übernommen hatte, weigerte sich das Land fremden Mächten zu überlassen und beschloss, das Land im Sinne der Prinzessin, aber auf seine Weise weiter zu führen, so gut er nur eben könnte.

Dabei verließ sich der Prinz auf die Hilfe des Hofstaates der Prinzessin, welche ihr sehr nahe gestanden hatten, und die Närrin Ulli  war ein Teil dieses Hofstaates gewesen und hatte sein Vertrauen und seine Zuneigung.

Der Prinz war guten Willens, er hatte ja das Land Murof-Sybur bereits unter dem Namen der Prinzessin regiert - nun aber war offenbar, daß er auch der Hilfe des Hofstaates bedurfte. Der Prinz ging hin und sagte: "Ich gebe euch Ämter und Ehre, so ihr mir helft, dieses Land fortzuführen" und alle, die Ämter und Ehren bekamen, freuten sich sehr.

Da aber die neuen Beamten nicht begriffen, daß Ämter und Ehren alleine nicht genug sind, sondern mit Leben gefüllt sein und gelebt und erarbeitet sein müssen, war der Prinz sehr traurig und sagte zu seiner Beraterin Iggib, die über das ferne Land "Iggib-Tahc" herrschte: "Ich bin sehr traurig zu sehen, daß meine Helfer sich offenbar nur an ihren Ämtern freuen - aber sie sind weder fähig noch willens, diese Ämter auszuüben."

Die Herrin aus dem Lande Iggib-Tahc sagte ihm, daß seine Beamten sicherlich nur mehr Zeit benötigen würden, um ihre Ämter dem Rang entsprechend mit Handlungen zu füllen und daß er geduldig sein solle mit sich und seinen Helfern.

Der Prinz sagte der Herrin Iggib, daß er neue Horizonte für das Land Murof-Sybur erschließen wollte und daß er es versäumt habe, sich mit allen Beratern jedes Mal abzustimmen - und daß einige Berater deswegen sehr verärgert seien. Der Ältestenrat, der sich flugs gebildet hatte und ein Mitspracherecht bei der Führung des Landes beanspruchte, hatte in vielerlei Nachrichten dem Prinzen sein Missfallen ausgedrückt und warf dem Prinzen vor, daß er nicht wisse, was im Sinne der Prinzessin sei - daß nur sie selber wüsste, welche Richtung das Land nehmen sollte.

Dies wiederum verstand die Herrin Iggib nicht, die der Meinung war, daß der Prinz nach dem Tode der geliebten Prinzessin die letzte Entscheidung darüber hätte, wie es mit dem Land Murof-Sybur weitergehen sollte und daß ein Ältestenrat allenfalls beratende Funktion habe ohne ein eigentliches Mitsprache- oder Entscheidungsrecht, ebenso wie die Beamten, die aufgrund ihrer Ämter auch keine endgültigen Entscheidungen zu treffen hätten.

Die Herrin des Landes Iggib-Tahc war im Sommer erst das zweite Mal zum jährlichen Thing der Prinzessin erschienen, da es vorher zwischen den beiden Ländern Krieg gegeben hatte. Sie hatte beim ersten Thing erlebt, daß die Menschen im Lande Murof-Sybur sehr liebevoll und zart miteinander umgingen, da jeder von ihnen eine Geschichte hatte, die mit vielen Leiden und Entsagung einherging. Um so erstaunter stellte sie fest, daß offenbar einige Mitglieder des Hofstaates, unter Führung der Närrin Ulli, beim Thing des Jahres des Hahnes dem gemeinsamen Geist entsagten und sich abseits von der Gruppe der Feiernden hielten. Selbst der Bewohner ihres Landes, der die Herrin Iggib zum Thing begleitete, bemerkte die ungute Stimmung und die Zwietracht, die untergründig bestand.

Sie erfuhr, daß die Närrin Ulli mit dem Prinzen noch Rechnungen offen hätte, die sie mit dem Prinzen begleichen wollte - unter anderem weil ihr Ämter entzogen worden waren und weil sie sich bei Entscheidungen nicht genug berücksichtigt fühlte  - die Närrin weigerte sich jedoch, am gemeinsamen Zusammensein teilzunehmen und saß nur stocksteif und mit bösem Gesicht abseits, umgeben von den drei Musketieren, die sie mit süßen Worten verführt hatte, es ihr gleichzutun.

Der Prinz war sehr traurig darüber, aber weil er das erste Mal alleine das Thing führen musste, ergab sich die Gelegenheit zum Reden nicht - auch, weil die Närrin jede Annäherung ablehnte.

Der Prinz entschuldigte sich bei der Närrin und hoffte auf Vergebung für alles, womit er ihr wehgetan habe, ob er sich dessen bewusst war oder nicht. Aber die Närrin verzieh ihm nicht.

Nachdem der Prinz sich mehrmals bei der Närrin entschuldigt hatte, hörte er auf, mit ihr zu reden, weil er einsah, daß es keinen Zweck hatte.

Die Närrin begann dann, viele, viele Nachrichten an den Prinz zu senden, die immer den gleichen Inhalt hatten: "Warum willst Du nicht mit mir reden?" Als besonders schlimm empfand der Prinz, daß sich das Gefolge der Närrin Ulli, die so gerne Herrin gewesen wäre, diesem anschlossen und ebenso begannen, Nachricht über Nachricht an den Prinzen zu schicken, deren Inhalt dem Prinzen weh tag und ihn bis ins Mark traf.

Der Prinz nahm sich alles sehr zu Herzen und wurde fast krank darüber an Geist und Gemüt und sagte zu seinen Beamten: "Liebe Freunde, ich reite für ein paar Wochen der aufgehenden Sonne entgegen - sie wird mir vielleicht Erquickung schenken und mein Gemüt aufheitern, welches noch immer schwer ist nach dem Tod meiner geliebten Prinzessin. Bitte sorgt für mein Land Murof-Sybur in meiner Abwesenheit."

Die Beamten, die mittlerweile sehr, sehr böse geworden waren, beschuldigten den Prinzen der Drückebergerei und daß er nur Mitleid wolle. So machte der Prinz weiter, obwohl er sehr traurig über dieses Verhalten war und zusehends kraftloser wurde.

Einige Zeit später, es war noch vor dem fahlen Novembermond, ritt der Prinz ins Land Iggib-Tahc und traf sich mit der Herrin Iggib und sagte zu ihr:

"Beraterin, ich sehe deutlich, daß meine Beamten sich nur auf ihren Ämtern ausruhen und wenn sie sich nicht ausruhen, streiten sie um dieselben.

Selbst wenn ich selbst nicht im Lande bin, sind sie nicht fähig, Ihres Ranges und ihrer Pflichten gemäß zu handeln. Sie lassen Boten reiten, um mich zu rufen, wenn es Aufgaben gibt, die sie eigentlich selbst lösen müssten.

Wenn ich aber Entscheidungen treffe, so beschuldigen sie mich weil ich sie nicht gefragt habe und sie hören nicht auf, mir Nachrichten zu schicken in welchen sie mich anklagen und beschuldigen.

Ich bin so müde, Herrin des Landes Iggib-Tahc -- ich bin zu müde und verzweifelt, weil alle mich verlassen haben und ich mich nicht mehr zur Ruhe legen darf.....ich biete dir mein Land und das Königreich meiner geliebten Prinzessin, auf daß du es regieren sollst."

Die Beraterin war sehr erschrocken über dieses Angebot und sagte zum Prinzen:
"Prinz, was ist mit dir? Du hast dir vorgenommen, das Land weiterhin zu leiten und zu regieren. Was ist aus all deinen Träumen und Plänen geworden?"

Der Prinz weinte sehr und teilte der Beraterin mit, daß er viele Fehler gemacht habe, nachdem die Prinzessin sie alle verlassen habe. Er sagte der Beraterin, daß er Ämter verliehen habe, um Freunde zu belohnen und um sie glücklich zu machen. Er bekannte, daß er Ämter und Ränge veränderte und sie zum Teil erweitert oder beschnitten hatte, ohne seinen Beamten dies in aller Form mitzuteilen - zum Teil auch nur, weil er ausprobieren wollte, ob dies überhaupt möglich sei.

"Und nun sind alle böse auf mich und einige Menschen im Lande Murof-Sybur sagen, daß ich das Land nicht so führe, wie die Prinzessin es gewollt hätte. Es treten Älteste an mich heran, die mir sagen, sie alleine wüssten, was die Prinzessin gewollt hatte und daß ich nicht fähig wäre, dieses Land im Sinne der Prinzessin zu führen."

Die Herrin des Landes Iggib-Tahc war sehr überrascht, solches zu hören und sagte zum Prinzen:

"Ich dachte, ihr seid alle gute Freunde und daß die Freunde der Prinzessin auch deine Freunde sind. Sie sollten dir helfen und sie sollten verstehen, daß auch ein Prinz nicht sofort alle Erfahrung haben kann, um ein Land gut zu führen. Und sie sollten verstehen, daß Du nach dem Tode der Prinzessin auch traurig und müde bist und dich unterstützen, wo immer es geht."

Doch der Prinz sagte, daß der Streit um die Ämter und wie das Land Murof-Sybur nun zu führen sei, immer schlimmer würde, egal was er täte. Und nun wolle er die Führung abgeben und sich zurückziehen, da es offenbar das sei, was alle wollten.

Da wurde die Herrin Iggib sehr traurig und sagte dem Prinzen:

"Gib allen, dem Land, den Bewohnern und Dir noch eine Chance - gib nicht auf!

Ich will das Land Murof-Sybur nicht haben, es ist das Vermächtnis deiner Prinzessin und nun dein Land. Du bist dafür verantwortlich, denn es leben Menschen dort, die deiner bedürfen.

Aber du weißt, wo du mich finden kannst wenn du Hilfe brauchst und ich komme geritten, wenn du rufst. Es mag nur eine kurze Zeit sein, bis Du alles alleine machen kannst, aber ich werde dir gerne bei deiner Entwicklung zum Herrscher des Landes helfen und dann wieder gehen, wenn du es willst.

Ich halte mich bereit - rufe mich, wenn du meiner bedarfst."

Der Prinz rief die Herrin Iggib-Tahc, als das Jahr sich dem Ende zuneigte und der Sonnenkreis sich ein weiteres Mal auf die Reise machte. Er war mittlerweile so enttäuscht über seine Beamten, die sich nur noch stritten oder gar nicht mehr mit ihm sprachen, daß er sie allen Ämtern enthob und statt dessen der Herrin Iggib den Rang eines Nimda verlieh.

Als die Närrin Ulli dessen gewahr wurde, offenbarte sie sich als das, was sie eigentlich war: eine böse, heimtückische, hinterhältige Frau, die von nun an kein anderes Ziel mehr kannte, als den Prinzen zur Strecke zu bringen.

Sie versuchte mit allen Mitteln, dem Prinzen weh zu tun - sei es, daß sie zu den täglichen Versammlungen im Ybur-Tahc kam und sich dann mit ihrem fehlgeleiteten Gefolge in einen Nebenraum setzte und sich jedem Gespräch verweigerte, sei es, daß sie noch viel mehr Nachrichten als vorher auf vielen Wegen an den Prinzen sandte, in welchen sie ihn beschuldigte, niedermachte, sich über die Nimda beschwerte, sich über alles beschwerte und keinen Weg unversucht ließ, ihm das Herz so schwer wie möglich zu machen. Sie schrieb endlose Episteln und fragte immer wieder "Warum hast du dies und jenes getan?" und keine Entschuldigung war ihr gut genug.

Der Prinz war ein aufrechter Mensch, der sein Herz jedoch nicht auf der Zunge trug und es fiel ihm schwer zu erklären, warum er Dinge getan oder nicht getan hatte. Aber statt Verständnis zu zeigen für seine Schwierigkeiten mit seinem neuen Leben ohne seine geliebte Prinzessin, statt Verständnis zu haben für die Tatsache, daß dem Prinzen oftmals die Worte fehlten, daß er kein Mann des Wortes war, versuchte die Närrin, den Prinzen mehr und mehr in den Wahnsinn zu treiben.

Und immer wieder fragte sie den Prinzen, warum sie selbst nicht mehr Nimda wäre und warum nun die Herrin Iggib Nimda sei und warum er Dinge so und nicht anders mache und warum er ihr so weh tun wolle.

Dem Prinzen war das Herz tatsächlich schwer und er versuchte, die Närrin zu versöhnen auf vielerlei Art - aber die Närrin war nicht zugänglich, sie war viel zu sehr damit beschäftigt, sich zu beschweren und in ihrem Trotzhaus zu sitzen, als im kleinsten zu versuchen, den Prinzen und seine Handlungen zu verstehen. Der Prinz war bereit, der Närrin um des Friedens willen alles zu geben, was sie begehrte, aber selbst das wies die Närrin zurück.

Die Närrin verführte Ihr Gefolge, die drei Musketiere, dazu, dem Prinzen auch weh zu tun mit Nachrichten, die sein Herz rührten und ihn tief verletzten. Sie hatte zwar die Erlaubnis, sich im Lande Murof-Sybur aufzuhalten, aber sie wollte aus Trotz nicht mehr mithelfen, die Äcker zu pflügen und neue Saat einzubringen - erst wollte sie ihren Kopf durchsetzen.

Selbst als der Prinz ihr mitteilte, daß sie, wenn sie mithelfen würde, später wieder in den alten Stand gesetzt würde, war sie nicht einsichtig - sie hatte sich völlig in ihren Hass verrannt und war keinen Argumenten mehr zugänglich.

Dieses musste auch die Nimda Iggib feststellen, die versuchte zu vermitteln - das einzige was dabei herauskam, waren endlose Nachrichten, die getauscht wurden, bis Iggib schließlich aufgab.

Letztendlich erfuhr die Nimda Iggib einige Dinge, die sie dazu brachten, die Angelegenheit als beendet zu betrachten - sie war nicht der Mensch, der sich monatelang mit unnötigen Streitereien um gar nichts beschäftigen mochte, abgesehen davon, daß die Närrin bei der letzten persönlichen Unterredung ständig "ich will gar nichts mehr" wiederholte. Iggib hoffte, daß die Närrin die ganze Angelegenheit damit als erledigt betrachten würde.

Die Närrin Ulli bediente sich ihrer Musketiere, um herauszufinden was im Lande Murof-Sybur vor sich ging, da sie in ihrer Bockigkeit ablehnte das Land nochmals zu betreten - und einer der Musketiere, der, aufgestachelt durch ihre Boshaftigkeit, keine Gelegenheit zum Sticheln ausließ, wurde des Landes verwiesen.

Der Musketier schwor leidenschaftlich, nichts Böses beabsichtigt zu haben. Er sagte, daß er sich nicht bewusst gewesen wäre, was er sagte. Er begehrte den Zugang zum Land als sein verbrieftes Recht und erwartete, daß dieser Einlass ihm nun wieder gewährt würde.

Er verweigerte sich aber standhaft dem Vorschlag der Nimda und einer Beraterin, als Möglichkeit, wieder Zugang zum Prinzen zu finden, sich regelmässig im Gesprächshaus Tahc-Sybur einzufinden - und durfte somit weiterhin das Land Murof-Sybur nicht zu betreten.

Das Land hingegen wuchs und gedieh und veränderte sich auch - diejenigen, die mit den Veränderungen nicht zurecht kamen, wanderten in die Ferne nachdem sie der Gesprächsstätte Tahc-Sybur verwiesen wurden. Andere, die mit den Veränderungen nicht zurechtkamen, mussten des Landes verwiesen werden - zum Wohle aller und weil sie nicht aufhörten, den Prinzen zu belästigen. Daraufhin offenbarten sie ihren ganzen Hass auf den Prinzen in Nachrichten, die vor Gift und Galle nur so sprühten.

Dafür fand das Land Murof-Sybur aber auch viele neue Bewohner, die mit ganzer Kraft und ganzem Herzen zusammen mit den ursprünglichen Bewohnern für das Land arbeiten - sie waren freundlich, aufgeschlossen und halfen dem Prinzen sehr, sein Land freundlich und gut zu führen.

Die neuen und alten Bewohner des Landes bilden eine gute Gemeinschaft, in welcher man sich hilft und für einander da ist - natürlich gibt es Missverständnisse und Meinungsverschiedenheiten, aber diese lassen sich in den allermeisten Fällen gütlich beilegen. Die Bewohner des Landes stellen ihre Fragen an den Prinzen oder an die Nimda Iggib oder an eine der beiden Beraterinnen Sirhc oder Lemürk und sie bekommen meist eine Antwort, die sie zufriedenstellt.

Es gibt Angehörige des Ältestenrates, die vielleicht manchmal falsch verstanden werden - aber auch das ist etwas, das sich im allgemeinen beilegen lässt. Jeder einzelne, der im Lande die Felder bestellt und mithilft im Sinne des Fortbestandes und Wachsens und Gedeihens des Landes, ist herzlich willkommen und ein Freund.

Die Geschichte des Landes Murof-Sybur ist im Grunde ein Beispiel des Lebens- oder Jahreslaufes::

Eine Spanne des Aufbaus,
ein Höhepunkt,
ein Nachlassen,
ein Tod,
ein Beginn,
eine Veränderung.....
und immer die Made, die im Apfel sitzt!

Veränderung ist das Leben, nichts bleibt wie es war.....und viele tragen diese Veränderung mit und stellen sich darauf ein; andere können dies nicht und müssen eben Ihrer Wege ziehen.

Manche begreifen, daß es Dinge gibt, die sich verändern müssen um fortzubestehen - die Prinzessin ist nicht mehr und das Land musste sich auf den Prinzen einstellen.

Die meisten Bewohner unterstützen den Prinzen und lieben ihn mit seinen Fehlern und seinen Vorzügen und immer haben sie das Wohl des Landes im Sinn.

Sie helfen den neuen Bewohnern, sich im Lande zurechtzufinden, sie helfen den Gästen und Besuchern des Tahc-Sybur, wenn die Beamten verhindert sind. Sie tun dies zum Gedächtnis der Prinzessin Ybur und um das Land Murof-Sybur am Leben und Blühen zu halten. Das Land ist auf gutem Kurs und zieht neue Bewohner an wie Blüten die Bienen - und alle sind willkommen und werden willkommen geheißen, so lange sie willens sind ihren Teil zum Gelingen beizutragen, jeder nach seiner Möglichkeit und seinem Wunsch.

Das Land wächst und die meisten neuen Bewohner, die zur Zeit die Felder bestellen, haben weder von der Närrin Ulli noch von ihrem Gefolge etwas gehört - und wenn, dann interessiert es sie allenfalls sehr periphär. Ein Land besteht aus vielen Bewohnern und nur wenn jeder einzelne etwas zum Gelingen beiträgt, kann es gedeihen.

Aber einige suchen nur ihren eigenen Vorteil und wollen nur ihre eigene Sicht der Dinge durchsetzen und dabei ist es ihnen völlig egal, wie weh sie vielleicht anderen bei der Verfolgung ihrer eigenen Interessen tun!

Sie streben nach Ämtern, die sie dankend annehmen ohne zu begreifen, daß damit auch aktives Arbeiten notwendig ist. Sie beschweren sich endlos, wenn ihnen  die Ämter wegen Nichtstun und Unfähigkeit genommen werden. Sie nehmen keinerlei Rücksicht auf Befindlichkeiten, es sei denn es wäre ihre eigene.

Sie trampeln rücksichtslos über Seelenschmerz, Angst, Gewissen und alles andere hinweg, nur um ihre eigenen Interessen und kindischen Wünsche und Ansprüche durchzusetzen und wundern sich dann, wenn das Land sie vergisst und ablehnt.

Sie erwarten, daß die Welt auf sie wartet und sie willkommen heißt - und vergessen, daß "Teil einer Gemeinschaft zu sein" auch ein "aufeinander zugehen" bedeutet und daß Freundschaft auch etwas mit Verzeihen und Nachsicht zu tun hat.

Was hat das mit Freundschaft zu tun, wenn jemand mit  Nachrichten immer gleichem Inhaltes bombardiert wird, die ihm wehtun und keine, keine einzige  Entschuldigung angenommen wird?

Wer durch ein Verhalten angeblich so tief getroffen ist, sollte es halt auch irgendwann mal gut sein lassen, wenn man damit nicht zurechtkommt - und sich zurückziehen, wenn man keine Einsicht in den eigenen Standpunkt sehen kann.....ein ständig weiteres darauf-rumhacken offenbart einen unguten Geist und offenbar eine mentale Unfähigkeit, mit Misserfolgen umzugehen. Hier geht es nur noch ums Prinzip, um sonst gar nichts.

Ein unverrückbares Bestehen auf Prinzipien, ein immer-wieder-aufreißen von bekannten, tiefen Wunden, die Arroganz oder das Bestehen darauf, daß man selbst und nur man selbst recht habe, das hat nichts mit Freundschaft zu tun.

Im Gegenteil, wenn Nachrichten Inhalte haben, von denen bekannt ist, daß sie wie Gift im Herzen des Prinzen wirken;  wenn Aussagen immer wieder getätigt werden, die Wunden schlagen, wie Schwerter es nicht können; wenn man immer wieder von neuem anfängt und niemals, niemals Ruhe gibt.....das ist das Verhalten von Todfeinden! Rechthaberei um jeden Preis.

Das das Land wieder im Wachsen begriffen ist und Früchte trägt, die gemeinsam von den Bewohnern gesät wurden, zeigt, daß die eingeschlagene Richtung richtig ist - und Narrenpossen braucht es nicht mehr.


Die Geschichte der Gastrolle:

Nachdem die Nimda Iggib den Kontakt zur Närrin Ulli völlig eingestellt hatte und diese offenbar auch beim Prinzen und seinen Beratern kein Gehör mehr fand, weil man allgemein ihres Genörgels überdrüssig geworden war, beschloss sie, daß es die Nimda sehr treffen würde, wenn sie sich aus der Gastrolle der Nimda löschen lassen wolle. Nach dem Thing im Sommer hatte die Närrin Ulli der Nimda in die Gastrolle geschrieben, daß sie sich freue, sie kennengelernt zu haben.

Die Nachricht erreichte die Nimda, die wiederum nur milde den Kopf schüttelte ob solcher kindischer Anwandlungen.
Die Nimda war schon lange zu dem Schluss gekommen, daß die Närrin genau eine solche war (wie sonst soll man jemanden bezeichnen, der sich über Kleinigkeiten monatelang wie ein des Geistes Entblößter aufführt?) und sie nahm dieses als weitere Bestätigung, daß die Närrin den Schritt über die Grenze des Gesunden hinaus getan hatte und sie fragte sich, ob die Närrin der Meinung wäre, daß es die Nimda stören oder gar treffen würde.

Iggib  hatte zu dieser Zeit andere Dinge, um die sie sich kümmern musste, daher reagierte sie nicht auf diese Nachricht - sandte sie aber an ihre Vertrauten, die wiederum der Närrin mitteilten, welche Angelegenheiten die Herrin Iggib beschäftigten.

Da keine Reaktion auf ihre Nachricht erfolgte, regte sich die Närrin so sehr auf, daß sie weitere Nachrichten schickte und den ersten Hinweis auf die Vorgänge im Lande Murof-Sybur in die Gastrolle schrieb.

Die Närrin fühlte sich nach wie vor von aller Welt betrogen und konnte einfach nicht verstehen, daß es keinen interessierte, wie und warum und ob überhaupt sie sich freute oder nicht, jemanden kennengelernt zu haben.

Iggib wiederum war sich bewusst, daß die Närrin einfach eine Bestätigung brauchte, da sie offenbar im heimischen Bereich dermaßen erfolglos war, daß sie ein anderweitiges Ventil dringend benötigte.

Die Beschäftigung anderer Leute mit ihrer Person - und sei es noch so profan - schien der Närrin die Bestätigung zu geben, daß es sie noch gibt - einfach nur der Welt den Gefallen zu tun, in ihrem Schmollwinkel zu versauern, mochte sie nicht.


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Dies ist der erste Teil der Geschichte des Landes Murof-Sybur, in groben Zügen aufgeschrieben.

Weitere Kapitel werden folgen und speziell die Rolle und das Verhalten der Närrin wird noch genauer beleuchtet werden - und die weitere Anwesenheit der Närrin im Lande sowie ihre Unfähigkeit, die Dinge einfach dort zu lassen, wo sie hingehören, nämlich in der Vergangenheit, garantierte weitere erfreuliche Geschichten.......