Pleiten, Pech und Pannen I
Fast ein Buch könnte man füllen mit den Stories von Pleiten, Pech und Pannen - ein paar werde ich Ihnen präsentieren, jeder Stomaträger hat welche in petto, glauben Sie´s mir!

Mit einem Stoma haben Sie die Gelegenheit, Murphy´s Gesetz (für alle Unwissenden:"Was schiefgehen kann, geht schief") in allen Variationen auszuloten - besonders beliebt ist die Arie
Undichte Platte, wahlweise gespielt von Coloplast, B.Braun, Hollister oder allen anderen Herstellern von Stomaversorgungen. Irgendwie schaffen es alle, die Platte genau DANN undicht werden zu lassen, wenn man es so GAR NICHT brauchen kann.  Nicht, daß man das überhaupt braucht - aber es gibt bessere und weniger gute Gelegenheiten!

Das erste Mal(!) passierte es mir, als ich das erste Mal (!!) nach Jahren rausgehen wollte, nämlich zu einer Tupperparty bei meiner Schwägerin (war ja klar - auf diese Art konnte ich mir wenigstens des gebannten Publikums sicher sein und denen mal zeigen, wo der Hammer hängt!)......nein, wie so oft war es eigene Dummheit oder Sorglosigkeit: Ich merkte zwar, daß sich der Beutel füllte, als ich mich ins Auto setzte - aber ich dachte "wird schon klappen, sind ja nur 15 Kilometer" - Irrtum, natürlich! Genau auf der Mitte der Strecke kam ein wahrer Sturzbach und es wurde so - so - so warm.....irgendwie kannte ich das Gefühl noch von früher.

Als ich dann bei meiner Schwiegermutter, die neben meiner Schwägerin wohnt, aus dem Auto stieg, fühlte ich mich so merkwürdig "frei", wenn Sie verstehen, was ich meine. Völlig klar, was passiert war....die Basisplatte, auf der der Beutel klebt, hatte sich selbstständig gemacht - so konnte ich meinen ersten Ausflug in die unbegrenzte Freiheit erst mal mit einer Dusche und Klamotten von meiner Schwiegermama beginnen. Gekauft habe ich an dem Abend jedenfalls nichts!!

Ein weiteres Kapitel ist das Leid des
(ab)platzenden Beutels, gerne des Nachts, speziell dann wenn man eigentlich seinen Schlaf gebraucht hätte....und dann wie in alten Zeiten die halbe Nacht damit verbringt, Bett neu zu beziehen, Wäsche und sich selbst unter die Dusche zu stellen und danach noch stundenlang wachzuliegen - es gibt nichts Schöneres.

Damit man in Bewegung bleibt, gibt es das rätselhafte Phänomen der
"Fontänen":

Uli und ich entschlossen uns zwischen den Jahren, also Dezember 2004, als "Belohnung" für die überstandenen Mühen, in ein Luxus-Hotel zu fahren....... ich hatte in weiser Voraussicht, wie früher (wieso eigentlich????) Putzmittel, Schwamm und Zewa mitgenommen.

Vor dem Massagetermin wollte ich zu Ehren der Masseurin einen neuen Beutel drauftun - in dem Moment kommt eine sagenhafte Fontäne da raus - und das Abendessen - die Flutwelle mit Paprika, Salatblättern, Erbsen und so einigem mehr brach sich an den Fliesen (da ich noch ein doppelläufiges Stoma habe, geht die Pulle immer seitwärts!) und die Gischt spritzte auf mich, Spiegel, UNTER das Waschbecken, Handtücher, Bademäntel, Mülleimer etc und sammelte sich dann in einer Riesenlache (ca 1m2) auf dem Boden - das Bad ist brandneu, WEISS gefliest und war überhaupt vom Service PENIBELST sauber gehalten!!

Brülle nach dem Ehegespenst für Schrubb-Utensilien, schicke IHN zur Massage: "und sage Bescheid, es kann später werden...." - und schrubbe!! (Wie wir ja alle wissen, hat man wegen den stark ätzenden  "Grundsubstanzen" ja nur beschränkte Zeit zur Verfügung, den Schiet aus den Fliesenfugen zu kriegen *die natürlich auch blütenweiss (!) sind*.

Ich hab´s aber geschafft, und bin zur Massage auch noch rechtzeitig gekommen - den Schwamm konnte man allerdings nur noch wegschmeißen *nu ja*.