Wann ist ein Stoma nötig?
Eine Stomaanlage ist erforderlich, wenn der Darm erkrankt ist und teilweise oder dauerhaft stillgelegt bzw. entfernt werden muss. Die Vor- und Nachteile einer bevorstehenden Stomaoperation wird Ihr Arzt sorgfältig mit Ihnen abwägen. In vielen Fällen lässt die vorliegende Erkrankung bzw. Funktionsstörung keine andere Wahl zu.
Zwar ist die Anlage eines Stomas - sei es vorübergehend oder auf Dauer - mit gewissen Abstrichen gegenüber der gewohnten Lebensweise verbunden. Bedenken Sie, wie schon eingangs erwähnt: Eine Stomaanlage wird wesentlich dazu beitragen, Ursachen und Folgen Ihrer Erkrankung zu beseitigen. Zugleich bieten die heutigen modernen Versorgungssysteme die Möglichkeit einer zuverlässigen, individuellen Versorgung.

Gerade in diesem Zusammenhang sollte darauf hingewiesen werden, dass Sie durch Interesse und schnelles Erlernen der Handgriffe wesentlich zur Genesung beitragen können und Ihre gewohnte Lebensweise wieder aufnehmen können.

Welche Stomaarten gibt es?
Beim künstlichen Darmausgang wird je nach Lage des Stomas zwischen Kolostoma (Dickdarmausgang) und Ileostoma (Dünndarmausgang) unterschieden.

Ein
Ileostoma, dh. eine Öffnung am Ende des Dünndarmes, wird in der Regel angelegt, wenn eine operative Entfernung des Dickdarmes erforderlich war. Dies ist insbesondere bei Erkrankungen mit chronischem entzündlichem Verlauf der Fall, wie zB. bei Colitis-Ulcerosa oder Morbus-Chron.

Es handelt sich dabei um Erkrankungen, die durch eine hohe Anzahl von Durchfällen (bis zu 30mal pro Tag) gekennzeichnet sind und bei denen eine medikamentöse Behandlung häufig nicht zum Erfolg führte.

Die damit verbundene massive körperliche und seelische Belastung des Patienten sowie vielfach auftretende bedrohliche Komplikationen machen die Anlage eines Stomas oft unumgänglich. Auch wenn durch eine krankhafte Veränderung des Dickdarmes eine normale Stuhlpassage unmöglich ist, kann eine Ileostomie nötig werden.

Ein
Kolostoma, dh. die Ausleitung des Dickdarmes, wird ausser bei chronischen Entzündungen des Dickdarmes auch bei einer Vielzahl anderer ernsthafter Erkrankungen im Darmtrakt angelegt.

Dazu zählen unter anderem:

Aussackungen am Dickdarm
unzureichende Schliessmuskelfunktion, dh. Verlust der Kontrolle über die Stuhlentleerung
Tumore im Bereich des Darms
Darmverschluss (Ileus)
Darmdurchbruch (Perforation)
Darmblutungen
Schäden durch Strahlentherapie an anderen Organen des kleinen Beckens
Verletzungen
Macht eine Erkrankung die Entfernung des Mastdarmes und/oder eines Teiles des Dickdarmes notwendig, wird der Chirurg eine Kolostomie im gesunden Darmabschnitt anlegen.
Je nach ausgeleitetem Darmabschnitt wird die Stomaanlage benannt; zB. Sigmoidostomie (S-förmiger Abschnitt), Transversostomie (querverlaufender Abschnitt) usw.

Eine vorübergehende Stomaanlage erfolgt in der Regel dann, wenn eine meist entzündliche Grunderkrankung oder eine zu schützende Naht ein zeitlich begrenztes Stillegen des betroffenen Dickdarms nötig macht.

Was ist ein Stoma?
Mit dem aus dem Griechischen stammenden Begriff "Stoma" werden operativ geschaffene Körperöffnungen bezeichnet. Ein Stoma wird vielfach auch als "Anus praeter" oder künstlicher Darmausgang bezeichnet. Um den Ausgang für die künstliche Körperöffnung zu schaffen, wird ein gesunder Abschnitt des Darmes nach aussen geleitet und dort mit der Bauchhaut vernäht. Das Stoma enthält weder schmerzempfindliche Nerven noch willkürlich steuerbare Muskeln.
Die Aufgabe eines Stomas besteht in erster Linie darin, die durch die Operation verlorengegangenen Körperfunktionen zu ersetzen.