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Ich bin eine Leseratte, die sprichwörtlich alles liest, was ihr in die Finger kommt.  Eines der Bücher, welches immer irgendwie in Abständen in meinem Leben aufzutauchen scheint, d.h. in meinen Gedanken, ist ein relativ unbekanntes Buch von Mary Stewart, "Das Sternenpferd"
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Der Skorpion

     Sie wateten durch die Furt. Das heißt, Ludo wartete, Renti tänzelte, und als die goldenen Hufe das Wasser berührten, dampfte es wie in einem Kochkessel. Dann stiegen Sie das andere Ufer hinan und kamen an dem Zeichen des Skorpiones vorbei, und dann waren sie im letzten Reich des Sternenlandes.
     Der Skorpion betrachtete Junge und Pferd aus seltsamen, farblosen Augen. Langsam richtete er den Schwanz auf mit dem tödlichen Stachel am Ende. Er war so groß wie ein Wolf, fast so groß wie der Löwe. Der Schwanz ragte hoch über Ludos Kopf.
     "Das ist also das Sternenpferd, das die Sonne einholen will", sagte der Skopion mit einer Stimme, die so trocken und grau war wie der Staub auf dem Weg.
     "Ja Herr, wenn´s beliebt", sagte Ludo unsicher. Er hatte keine Ahnung, wieso das Geschöpf über ihn und Renti Bescheid wusste, aber inzwischen überraschte ihn gar nichts mehr.
     "Und du bist der Junge, der sein Zuhause verlassen hat, um das Pferd durch die Reiche des Sternenlandes zu bringen"
     "Ja, Herr"
     "Ich hätte nicht gedacht", sagte der Skorpion mit seiner schrecklichen staubigen Stimme, "daß du so weit kommst. Aber ich habe die Sternschnuppe gesehen, deshalb habe ich gewartet. Und nun, da du so weit gekommen bist, bis in dieses letzte Haus, was willst Du nun von mir?"
     Ludo räusperte sich. "Nur, bitte, Herr, daß Sie Renti durchlassen, damit er den Sonnenwagen einholt....- " Die Stimme versagte ihm und er schwieg und scharrte mit den Füßen im Staub.
     "Und für dich?", fragte der Skorpion, "Da du dein Pferd in seine letzte Heimat gebracht hast, was willst nun du? Willst Du wieder zurück zu deinesgleichen?"
     Ludos Herz machte einen Freudensprung. Aber er hatte immer noch zuviel Angst vor dem Skorpion, als daß er seinen Eifer gezeigt hätte. "Sie haben alle gesagt, ich könnte nicht zurück. Es ist also trotzdem gestattet?"
     "Es ist nicht gestattet", sagte der Skorpion. "Aber ob du vorwärts gehst oder zurück, kommt auf das Gleiche heraus. Du wirst so oder so nach Hause kommen. Welchen Weg Du nimmst, das hängt von mir ab."
     Ludo leckte sich die Lippen und versuchte, nicht auf den gefährlichen Schwanz zu schauen, der so dicht über seinem Kopf war. "Ja, Herr."
     "Aber", fuhr der Skorpion fort, "da du aus eigenem Entschluß vor deiner Zeit gekommen bist, um deinem Freund zu helfen, überlasse ich es dir, den Weg zu wählen. Du kannst für ihn entscheiden und für dich".
     "D-danke", stotterte der arme Ludo, der überhaupt nichts verstand. Renti stand ganz still neben ihm, die goldenen Hufe im Staub verborgen. Auch sein Fell war voll Staub, er sah grau aus wie dieses kalte, schattige Tal. Er regte sich nicht, blinzelte höchstens, wenn ihm Schnee in die Augen kam.
     Der Skorpion schwieg eine Zeitlang. Dann sprach er noch langsamer als zuvor, und seine Worte waren so kalt und fast so leise wie der Schnee.
     "Sie werden dir gesagt haben, daß ich der Tod bin".
Natürlich hatten sie es ihm gesagt. Jetzt fiel es Ludo wieder ein.
      Der Wassermann hatte es ihm gesagt, und der Schütze. Ihr werdet beide im Haus des Skorpions ans Ende kommen. Zuerst hatte er gemeint, daß dies das letzte Reich im Sternenland sei. Doch in letzter Zeit hatte er schon daran, wie man von dem Skorpion sprach, gemerkt, daß dieses letzte Haus das gefährlichste von allen war. Aber Ludo war erst elf Jahre alt, und der Tod war ihm wie eine Sage vorgekommen, wie eine Legende, wie etwas, das noch weit entfernt war. Nun war er hier, direkt auf dem Weg, dem einzigen, den er gehen konnte. Er stand zwischen ihm und den Bergen seiner Heimat. Er stand zwischen Renti und der Sonne.
      Ludo wußte nicht, was er sagen sollte. Er schwieg wie Renti und wartete.
     "Die erste Entscheidung, die ich dir überlasse", sagte der Skorpion leise, "betrifft dein Pferd. Weil du mutig und treu gewesen bist und weil du es aus eigenem Entschluß durch diese Hügel und Täler geführt hast, damit sich sein Herzenswunsch erfüllt, darfst Du für Renti eines von zwei Dingen wählen. Du kannst ihn entweder mit zurücknehmen in das Tal, das du deine Heimat nennst, oder du kannst ihn hier in diesem Tal bei mir lassen."
     Ludo schaute sich um und sah die grauen Bäume, den weichen, dämpfenden Staub auf dem Weg, den silbernen Himmel darüber. Die Stille drückte auf das Tal: Kein Wasser plätscherte, kein Vogel sang. Nichts regte sich außer dem fallenden Schnee. Überall waren Schatten, und dazu noch dieser große Schatten auf dem Weg.
     Er packte Rentis Halfter fester. "Herr, wenn ich ihn hier bei Ihnen lasse, wie erreicht er dann die Sonne?"
     "Schau hinauf", sagte der Skorpion.
     Da sah es Ludo über dem giftigen Schwanzbogen de Skorpions. Zuerst war es nur ein Aufhellen der silbrigen Dämmerung, doch dann wuchs es zu einem Licht, das in allen Farben leuchtete: Zartes Gold und Rosa und Purpurrot und Violett und Grün pulsierten, fluteten heran und ebbten zurück, und fluteten wieder heran in strahlenden Lichtwellen, die sich von ihrem Mittelpunkt hinter den Felsen und Bäumen ausbreiteten, als wollte sich die ganze Herrlichkeit der Welt über den Himmel ergießen.
     "Entscheide dich rasch", sagte die leise, trockene Stimme, "Sie tränkt die Pferde, bald spannt sie an, und dann sind sie fort."
     Ludo konnte es jetzt hören: das schwache, fröhliche Geklingel des goldenen Zaumzeugs. Und er konnte sehen, wie sich das zitternde Licht in dem Wasser spiegelte, aus dem die Pferde tranken.
     Doch auf dem Weg lauerte der stechende Schatten, der den Tod bedeutete.
     Ludo wandte sich nach Renti um. Das alte Pferd schien den Skorpion überhaupt nicht bemerkt zu haben. Mit zurückgelegtem Kopf und aufgestellten Ohren starrte es ins Licht und horchte auf die Laute, die aus dem glitzernden Himmel kamen.
     "Sie meinen", sagte Ludo zu dem Skorpion, "wenn Renti bei den Sonnenpferden bleiben will, muss er gestochen werden und sterben? Aber wenn ich will, kann ich ihn mit nach Hause nehmen, lebendig, in seinen eigenen Stall? Was ist das für eine Entscheidung?"
     "Deine Entscheidung", sagte der Skorpion.
     "Was kann ich denn anderes tun", rief Ludo, "als ihn mit nach Hause nehmen? Oh Renti, wenn du das nur verstehen könntest. Wir können nach Hause, heim, zurück ins Tal - sie werden nicht mehr böse sein, weil du in den Schnee hinausgelaufen bist. Wir werden zusammen zurückgehen -"
     Er brach ab. Es war etwas geschehen, was er noch nie zuvor gesehen hatte. Renti ließ den Kopf sinken und aus seinen Augen quollen zwei große Tränen, die seine lange Nase entlangliefen und sich mit den schmelzenden Schneeflocken mischten. Renti hatte ihn verstanden. Und Renti weinte.
     Die Tränen tropften in den Staub. Leise fiel der Schnee. Jenseits des Waldes wurde das Licht heller, ein Pferd schnaubte, ein Zaumzeug klapperte.
     Ludo legte die Hände an Rentis Kopf und machte das Halfter los. Dann warf er dem alten Pferd die Arme um den Hals und küßte es auf die weiche Haut zwischen den Nüstern. "Dann geh", flüsterte er. "Geh mit ihr. Sei wieder jung. Und zwinge dich nicht, zurückzukehren. Es ist mir egal, was sie zu sagen haben. Geh jetzt mit ihr. Ich werde jeden Tag nach dir Ausschau halten. Leb wohl, Renti."
     Er wandte sich nach dem Skorpion um, aber er brauchte nichts zu sagen. Der Skorpion bewegte sich bereits.
     Dann geschah alles so schnell, daß er es kaum wahrnahm. Der Schwanz des Skorpions neigte sich zu Renti, ähnlich wie ein hängender Ast sich über einen Waldweg neigt. Der Giftstachel berührte das alte Pferd einmal zwischen den Ohren und wurde zurückgezogen.
     Renti bäumte sich auf. Er stieg auf die Hinterbeine, die goldbeschlagenen Hufe schlugen in die Luft. Das Licht vom Himmel beschien glänzende Augen und ein goldenes Fell und die funkelnden Haare von Mähne und Schwanz. Der Schnee verschwand von Nacken und Flanken wie Wasser von weißglühendem Metall. Renti wieherte einmal laut, dann war er mit wehender Mähne und donnernden goldenen Hufen auf und davon. Er galoppierte über den Weg in die Berge und der Staub wälzte sich hinter ihm wie Rauch.
     Das Licht wuchs. Der Himmel wurde hell, dann blitzte es, als wäre jemand kopfüber in einen Teich aus Licht gesprungen, und strahlende Wellen breiteten sich aus.
     "Nun?", sagte die leise, trockene Stimme vom Stein her. "Und du? Was soll ich für Dich tun?"
    
Ludo stand im Staub, das leere Halfter hing von seiner Hand, und der Schnee legte sich dick und kalt auf sein Gesicht. Vor Müdigkeit und Kälte konnte er kaum denken. Er war jetzt überzeugt, daß die Berge vor ihm dieselben waren, die sein Heimattal umstanden. Er glaube, die Umrisse der Jägersalp zu erkennen, und dahinter, hinter den hohen Pässen voller Schnee, lag das Dorf, in dem seine Tante wohnte. Dort war die kleine Kirche mit der Orgel, auf der Herr Rumpelmayer sonntags spielte, und Rudis Haus und die Schule und seine eigene Hütte, wo die Mutter jetzt sicher am Ofen saß und der Vater unten in der Scheine arbeitete; und Rentis Stall war leer. Ob sie ihn wohl vermisst hatten? Ob sie sich Sorgen machten? Ein nutzloser Junge, nur gut, um die Ziegen zu hüten......
      "Wähle", sagte der Skorpion.
      Ludo dachte daran, wie Renti dagestanden hatte, ergeben und vertrauensvoll. Er wusste, daß er es ebenso machen sollte. Er biß die Zähne zusammen, um das Schnattern zu unterdrücken und schaute durch den Schnee auf zu dem schattenhaften Herrn des Reiches.
     "Herr", sagte er demütig, "ganz wie Sie wollen."
     Und er schloss die Augen.
     Etwas berührte leicht wie eine Schneeflocke seine Stirn. Immer noch fiel der Schnee kalt auf seine Haut, doch diese Berührung war warm. Er merkte, wie er fiel, langsam, wie man in Träumen fällt, und mit dem Schnee schwebte er hinunter in den weichen Staub.

Von irgendwoher kam wirrer Lärm, Menschenstimmen, Pferdegewieher und Hundegebell. Er öffnete die Augen.
     "Er kommt zu sich", sagte jemand. "Schaut, er kommt zu sich."
     Ludo stellte fest, daß er im weichen Schnee lag, an der Kante des Schneeloches, in das Renti und er gefallen waren. Es herrschte ein schwaches, trübes Licht, vielleicht das Licht der frühen Morgenstunden vor Sonnenaufgang. Immer noch fiel der Schnee in kleinen Flocken, die leise kamen, als sei der Himmel ein großer, silberner Bienenkorb, den man umgestülpt hatte, damit die Bienen ausschwärmten.
     "Renti?", fragte Ludo schwach.
     "Später" sagte eine Stimme zu ihm.
"Schade um das Pferd", sagte jemand, "aber ein weiteres Jahr hätte es sicher nicht erlebt."
     "Ich habe Renti gerettet", sagte Ludo plötzlich. "Ich habe ihn gerettet. Er ist gesund und glücklich, und er lahmt nicht mehr. Er ist jetzt ein richtiges Sonnenpferd, er zieht den Sonnenwagen. Schau, du kannst ihn sehen."
     Denn genau in diesem Augenblick geschah etwas Wunderbares - das letzte der wunderbaren Dinge, die Ludo bei seinem Abenteuer mit dem Sternenpferd erlebt hatte. Während noch immer der Schnee in kleinen Flocken fiel, kam die Sonne über den Gipfeln hervor. Die Männer blickten auf, und der Schnee tanzte und funkelte vor ihren vereisten Wimpern.     
     Die schmelzenden Flocken glitzerten wie ein Regenbogen, golden und rot und grün und violett und blau, dann waren sie plötzlich weiß und golden, als die Sonne selbst hinter der Jägersalp auftauchte. Die Speichen blitzten wie Feuerräder, die vier goldenen Pferde galoppierten über den Himmel. Ludo sah ganz deutlich, wo Rentis goldene Hufe den Gipfel der Jägersalp berührten und Funken durch den Schnee schleuderten.

     Dann begann der Sonnenwagen wieder seine Reise duch die Häuser des Sternenlandes.
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Ludo ist nach seiner Reise durch die Häuserder Tierkreiszeichen an der letzten Station seiner Reise angekommen - dem Haus des Skorpiones.......