Medizinisches
oder: Gehen Sie bloß rechtzeitig zum Arzt!!
         Wie Sie der Homepage bereits entnommen haben, habe ich ein Stoma (einen künstlichen Darmausgang, Anus Praeter, Anus Präter, AP, künstliche Auspuffanlage, wie auch immer!) - wie es dazu kam erfahren Sie hier. Die Erklärungen für die Fachausdrücke finden Sie unten, im Anhang

Ich möchte Ihnen Mut machen, sich frühzeitig um Hilfe zu bemühen, damit Sie solches vielleicht vermeiden können!
Bereits als Jugendliche litt ich unter ständiger Verstopfung (chronischer Obstipation)....habe mich aber nicht groß darum gekümmert bzw. dieses nicht als gravierendes, allenfalls unangenehmes Problem gesehen.

Nachdem ich 1987 und 1989 meine Kinder zur Welt gebracht hatte (mit einer Fehlgeburt dazwischen!), bemerkte ich, daß beim "Drücken" irgendetwas aus dem Po-Loch hervortrat.

Wiederum machte ich mir eigentlich keine großen Gedanken - ich tippte auf
Hämorrhoiden. Ich entdeckte erst viel später, daß es sich hierbei um einen beginnenden Mastdarm- oder Enddarmvorfall (Prolaps) handelte - einesteils verursacht durch eine allgemene Schwäche des Beckenbodengewebes wie auch durch das ständige Drücken auf der Toilette beim Stuhlgang....

Mit der Zeit wurde der Vorfall schlimmer, d.h. daß ein immer größeres Stück des End- oder Mastdarmes hervortrat. Zum Teil blutete es, aber niemals viel!!

Ich begann, da es immer schwieriger wurde, den Darm zu entleeren (und um diese Blutungen zu vermeiden),
Abführmittel zu nehmen. Da man sich an diese Mittel (die IMMER schädlich sind, egal was die Werbung sagt!!) schnell gewöhnt, musste die Dosierung kontinuierlich gesteigert werden - am Schluss nahm ich morgens und abends je 40 Dragees Dulcolax, entsprechend einer Dosis von etwa 400 mg oder mehr, täglich!!!

Als der
Mastdarmprolaps stark ausgeprägt war und ohne die Abführmittel schon längst gar nichts mehr ging, begann ich  mich zu informieren: übers Internet, durch Literatur u.ä. - aber ich ging NIE zum Arzt deswegen. Irgendwie traute ich mich nicht, einmal hätte ich zugeben müssen, mittlerweile von den Abführmitteln regelrecht abhängig zu sein, andererseits weil man über "so etwas" eh nicht gerne spricht....

Die letzten ca. 5 Jahre waren die Hölle (zu lesen unter "Biggi´s Story", siehe Links), der
Schließmuskel war mittlerweile völlig hinüber durch den mittlerweile grapefruit-großen Prolaps, das Ding blutete und tat weh und die einzige Möglichkeit, das Teil, wenn es mal wieder im Stehen oder Gehen rausgefallen war, wieder in den Körper zurückzubekommen war, eine tiiiefe Verbeugung zu machen und ihn so wieder in den Körper zurückzubefördern.

Durch die ständige
Entwässerung (durch die Abführmittel), die ständige Anspannung (Vorfall, Durchfall mit null Schließmuskel) stand ich a) ständig unter Strom und b) versagte der Kreislauf mit schöner Regelmäßigkeit. (Wie der Sommer 2003 für mich war, können Sie sich vielleicht vorstellen...)

Als ich schließlich zum Arzt geschickt wurde (und hier möchte ich mich ausdrücklich bei Dr. Hubert Lausberg, Chirurg und Proktologe am St. Josef-Hospital zu Bonn-Beuel bedanken, für seine Herzlichkeit und vor allem sein Verständnis!) stellte sich heraus, daß ich nicht allein mit diesen Problemen war.  Hätte meine Angst und Scheu mich nicht viel zu lange von einem solchen Arztbesuch abgehalten, wäre alles vielleicht anders gekommen!

Die Diagnose war wie folgt:

- Stark ausgeprägter
Rektumprolaps (ausgpr. Mast- bzw. Enddarmvorfall)
- Chronische
Divertikulose (Divertikulose: Bildung von "Darmtaschen"
- Akute
Divertikulitis (Entzündung der Darmtaschen)
-
Adenom an der rechten Colonflexur (unklares "Gewächs" a.d. rechten          
   "Darmbeuge")
-
Megacolon (übergroßer Darm)

Auf diese Diagnosen hin wurde operiert. Da ich viel zu lange gewartet hatte, gestaltete sich die OP schwierig und im Folgenden wurden 4 weitere Eingriffe nötig, darunter die Anlage des
Stomas, welches ich, da sich der Schließmuskel nicht wieder erholt hat, behalten werde.

Mindestens eine weitere OP wird nötig sein, da sich um das Stoma herum sowie an der großen Bauchnarbe mehrere Brüche bzw.
Narbenbrüche (Hernien) gebildet haben.

Ich will mit dem oben beschriebenen(und auch meinem Buch) Sie aufmerksam und betroffen machen.
BITTE, BITTE GEHEN SIE FRÜHZEITIG ZUM ARZT!!! Warten Sie NICHT darauf, daß es schon wieder werden würde. Doktern Sie nicht selbst herum. Fragen Sie, wenn Sie bemerken, daß Andere vielleicht ein solches Problem haben könnten.

Das schlimmste an allem ist vielleicht, daß zuviel Scheu in der Öffentlichkeit besteht, über Darmprobleme oder -Erkrankungen zu sprechen!! Ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung sagen: wenn Sie das Problem beim Namen nennen, werden Sie feststellen, daß es kaum jemanden gibt, der KEINE Probleme mit der Verdauung, dem Darm oder dem Magen hat!

Es geht hier um Ihre Gesundheit und darum, Schlimmeres zu verhüten!!
Obstipation (Verstopfung)Obstipation
die - meist chronische - Stuhlverstopfung infolge verlängerten Verweilens der Fäzes im Kolon; mit seltener u. verminderter, meist schwieriger Entleerung eines verhärteten Stuhles. Einteilung: in akute u. chron. (habituelle) Formen mit organischen oder funktionellen Ursachen. 1) akute O. bei Stenosen; 2) chron. O. bei organischen oder funktionellen Erkrankungen; 3) passagere O. bei verschiedenen Erkrankungen, Vergiftungen oder medikamentös bedingt; 4) O. bei kongenitalem idiopathischem Megakolon.
Erläuterung der medizinischen Ausdrücke (Quelle: alles Roche Medizinlexikon)
Abführmittel
Syn.: Laxanzien; Laxativa

Mittel zur Beseitigung einer Stuhlverstopfung (Obstipation) durch Auslösung des Defäkationsreflexes u. durch verminderte Eindickung des Stuhles.

Unterschieden werden Quellmittel, Gleitmittel (z.B. Docusat oder Paraffin; NW: Hypovitaminose, Fremdkörperreaktion), rektale A., osmotisch sowie antiabsorptiv wirkende A.

Außerdem werden Prokinetika wie Metoclopramid eingesetzt, welche die Peristaltik im Magen-Darm-Trakt fördern, sowie Mittel zur Behandlung der Darmatonie:
a) Ausgleich von Elektrolytstörungen.
b) Parasympathomimetika (Carbachol) u. Acetylcholinesterase-Hemmer (Neostigmin, Pyridostigmin, Rivastigmin, Donepezil) mit entsprechenden Nebenwirkungen.
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Adenom

gutartiger Tumor mit Ursprung in drüsenbildendem Epithel.
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Beckenboden
Syn.: BB (Abk.)

u. D. urogenitale als Weichteilverschluss des Beckenausgangs. Besitzt Durchtrittsöffnungen für Mastdarm, Harnröhre u. Scheide. S.a. Abbildung!!
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Colon
Syn.: Grimmdarm 

... der beidseits seitlich u. oben ("Kolonrahmen") im Darmbauch liegende Hauptteil des Dickdarms.
Unterteilt in der Reihenfolge seiner Abschnitte:

C. ascendens: vom Zäkum bis zur re. Kolonflexur aufsteigend, retroperitoneal gelegen, mit der Fascia transversalis u. der re. Niere verwachsen.

C. transversum (Quergrimmdarm): im Oberbauch zwischen der re. u. li. Kolonflexur; intraperitoneal gelegen, d.h. ganz von Bauchfell überzogen u. durch sein Gekröse sehr verschieblich; durch eine Bauchfellverdoppelung (Ligamentum gastrocolicum, Teil des großen Netzes) mit der großen Magenkurvatur verbunden.

C. de|scendens: ab der li. Flexur absteigend; liegt retroperitoneal, ist mit der Fascia transversalis u. der li. Niere verwachsen.

C. sigmoideum (Sigma): eine S-förmige Schleife; durch ihr Mesocolon gut beweglich; geht in Höhe des Promontoriums in den Mastdarm (Rektum, Rectum) über.
zurück Schematische Darstellung des Darmes b.Roche
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Divertikel

die umschriebene, meist sackförm. Wandausstülpung eines Hohlorgans

Divertikulose

Bestehen einer Vielzahl von Divertikeln, v.a. als Dickdarmdivertikulose. Verursacht v.a. durch ballaststoffarme Ernährung, kommt im höheren Lebensalter häufiger vor. Asymptomatischer Verlauf, bei Entwicklung einer Divertikulitis kommt es zu Schmerzen, Blutungen u. zur Perforation.

Divertikulits
Entzündung eines oder mehrerer Divertikel; oft auf die Umgebung übergreifend (Peridivertikulitis, s. Abb.).

Vorkommen v.a. im Rahmen einer Dickdarmdivertikulose mit Stuhlretention. Klinik: krampfartige Schmerzen im linken Unterbauch, nach dem Essen verstärkt; Druckschmerzhaftigkeit, Stuhlunregelmäßigkeiten, Meteorismus,Völlegefühl, Übelkeit, Erbrechen, Fieber. Diagn.: Sonographie, Endoskopie, Kontrasteinlauf (mit wasserlöslichem Kontrastmittel).

Kompl.: akut: Blutungen, gedeckte oder freie Perforation, Peritonitis; chronisch: Fistelbildung (v.a. Harnblase, Vagina), Striktur, Ileus.

Ther.: konservativ (Stuhlregulierung, Nahrungskarenz, evtl. parenterale Ernährung, Antibiose); operativ (möglichst frühelektiv) Darmresektion mit (temporärem) Ileostoma. Langfristig Ernährungsumstellung.
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Entwässerung
quantitative u. qualitative Verschiebung der Elektrolytwerte im Blut.
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Hämorrhoiden

knotenförmige Erweiterung bzw. Hyperplasie des in der Zona haemorrhoidalis des Afterkanals gelegenen Mastdarmschwellkörpers, früher als innere H. bezeichnet.
Ätiol.: Als Hauptursache gilt eine allgemeine konstitutionelle Bindegewebsschwäche; als begünstigende bzw. auslösende Faktoren gelten Obstipation, Pfortaderhochdruck, Erkrankungen des Kontinenzorgans, Schwangerschaft, langzeitiges Sitzen u. Stehen, Beckentumoren, bei Älteren auch Stuhlinkontinenz.

Klinik: Stuhldrang, Blutungen, Ekzeme, Juckreiz sowie - als Komplikationen - Hämorrhoidalprolaps (Vorfall), akute Hämorrhoidalthrombose, periproktitischer Abszess, Geschwüre, Gangrän, septische Thrombophlebitis der Pfortader.

Die Beurteilung des Schweregrads erfolgt anhand nachstehender Einteilung:

Grad I = leichte Vorwölbungen, äußerlich nicht sichtbar,
Grad II = H. prolabieren beim Pressen, spontane Reposition,
Grad III = Prolaps kann digital reponiert werden,
Grad IV = nicht reponible, permanente Hämorrhoidalknoten.

Ther.: Behandlung erfolgt konservativ (anästhesierend u. antiphlogistisch; diätetisch), durch Sklerosierung, Infrarotkoagulation, Kryohämorrhoidektomie oder operativ (v.a. durch Hämorrhoidektomie bzw. durch Schließmuskeleinkerbung oder durch submuköses Ausschneiden).
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Hernie (Bruch)

Eingeweidebruch mit Verlagerung von Eingeweiden u. Organteilen bei Ausstülpung des parietalen Bauchfells durch eine angeborene oder erworbene Bauchwandlücke.

Klinik: Die hervorstechenden Krankheitszeichen sind eine tast- oder sichtbare Bruchgeschwulst, spontane u. Druckschmerzen (evtl. ausstrahlend), evtl. auch ein Stauungsödem. Kompl.: Brucheinklemmung (Hernia incarcerata), Darmwandnekrose, Ileus, Peritonitis.

Ther.: konservativ durch Rückverlagerung (Reposition; Taxis), evtl. auch durch ein Bruchband, oder aber operativ (Herniotomie). S.a. Prolaps, Invagination, Zysto-, Rekto-, Myelo-, Enzephalozele.
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Megacolon

angeborene (aganglionäres M.) oder erworbene, dauerhaft abnorme Weitstellung des Dickdarms (Colon), u. zwar meist seines unteren Bereiches, oberhalb einer angeborenen oder sekundären Dickdarmenge oder als Begleitgeschehen einer Wandschädigung (= symptomatisches M.).
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Obstipation

die - meist chronische - Stuhlverstopfung infolge verlängerten Verweilens der Fäzes im Kolon; mit seltener u. verminderter, meist schwieriger Entleerung eines verhärteten Stuhles.

Einteilung: in akute u. chron. (habituelle) Formen mit organischen oder funktionellen Ursachen.
1) akute O. bei Stenosen;
2) chron. O. bei organischen oder funktionellen Erkrankungen;
3) passagere O. bei verschiedenen Erkrankungen, Vergiftungen oder medikamentös bedingt;
4) O. bei kongenitalem idiopathischem Megakolon.
zurück Schematische Darstellung d. Ursachen der Verstopfung b. Roche
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Prolaps, anal
1.
das Herausgleiten der Analschleimhaut aus dem After; oft mit Hämorrhoiden
2.
das entsprechend einer Gleithernie erfolgende Vortreten der Afterkanal-...

Rektumprolaps
s.o.
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Sigmoid, siehe auch Colon

der beidseits seitlich u. oben ("Kolonrahmen") im Darmbauch liegende Hauptteil des Dickdarms.

Sigmoidresektion
Entfernung dieses Darmteils
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Stoma

der sog. künstliche Darmausgang (Stoma), also ein chirurgisch angelegter Kunstafter (A. artificialis).

Erfolgt als komplette Ausleitung des Dickdarms (s.a. Kolostomie) oder - selten u. kurzzeitig - des Dünndarms (s.a. Enterostomie) zur Körperoberfläche.

Wird angelegt als einläufiger A. pr., d.h. nur des proximalen (oralen) Darmendes, bzw. doppelläufiger A. pr. beider Schenkel der an die Bauchdecke herangezogenen Darmschlinge.

Als präliminarer A. pr. wird er als entlastender bzw. die Darmentleerung sichernder Eingriff vor großen, wegen (Dick-)Darmunwegsamkeit nötigen Darmoperationen angelegt; die künstliche Darmöffnung wird nach Erfüllung ihres Zweckes wieder verschlossen (Rückverlagerung), oder sie bleibt als Dauerzustand erhalten (temporärer bzw. definitiver A. pr.).
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