(Wie ihr wißt, bin ich eine Person, die, je nachdem, ernst und lustig ist. Hier als ernsteres Beispiel noch eine Geschichte aus meinem Leben:

Meine Tochter Julia bekam mit 5 Jahren, sie war gerade (!) in die Schule gekommen, Fieberschübe der heftigsten Art (innerhalb von ein paar Minuten auf über 40 Grad, dann nach 1-2 Std. wieder normal). 

Die Diagnose war juvenile Polyathritis (Rheuma) - man begann sofort mit einer stationären Chemo, um überhaupt die Entzündungswerte halbwegs runterzukriegen (Leukos waren bei annähernd 24.000) - danach, so hieß es, Überführung in eine mehr als 600 Km entfernte  Rheumakinderklinik für über ein Jahr zur weiteren Chemo.

Sie bekam so starke Medikamente, daß sie, so der Arzt, "sich den Kopf hätte einrammen können ohne es überhaupt zu merken", mit schwersten Nebenwirkungen.

Da saß ich, mit dem schwerkranken Kind im Krankenhaus, einem Kleinkind zu Hause und einem Mann, der nebenbei ja auch noch was arbeiten gehen musste (so wie ich eigentlich auch).....ich bin irgendwann an diesem Tag in der Cafeteria aufgeschlagen, habe ständig versucht zu begreifen "Warum wir? Warum dieses Kind ?  (sie war vorher noch auf überdurchschnittliche Intelligenz getestet worden - erfolgreich) Was jetzt? Umziehen? Was ist mit Job, den Eltern und allem anderen???

Ich kam ins Gespräch mit einer jungen Frau, die mir nebenbei erzählte, daß ihr 4-Jähriges Kind "oben auf der Krebsstation liegt" - die Kleine hatte Leukämie und starb einen Tod auf Raten, dieser Aufenthalt leitete die letzte Remission (Pseudo-Erholung) dieses Kindes ein......und im Gespräch mit der jungen Frau die am Bettchen ihres sterbenden Kindes stand und saß und schlief, dachte ich mir: WER zum Teufel bist Du eigentlich, daß Du klagst und heulst und Dir sonstwie leid tust?? Julia mochte schwere Zeiten vor sich haben, möglicherweise nur verkrüppelt aus der Sache rauskommen, wir würden vielleicht unser jetziges Leben aufgeben müssen und ganz neu anfangen - aber MEIN KIND WÜRDE LEBEN!!

Nicht mehr und nicht weniger - ihres hatte keine Chance.

Ich kann nur sagen, es war wie so ein Spruch in der Bibel: "Und sie ging hin und weinte fürderhin nicht mehr."

Ich meine, man leidet unter seinem Schicksal  - aber wenn man mit offenen Augen und Ohren durchs Leben geht, findet man oft Gründe, seinen eigenen Schmerz und Trotz und seine Wut zu überdenken.

Ich versuche einfach, anderen Menschen zu helfen mit ihrem Schicksal, was es auch sei, fertig zu werden.....und das gibt mir den Glauben und das Gefühl, daß ich - so klein Beitrag dazu vielleicht gewesen ist - wenigstens irgendeinen Sinn hier auf Erden erfülle.