Gezeiten
Die Gezeiten eines Lebens
graben sich ins Gesicht -
Lachen, Weinen, Schmerz und Zorn..

Du kannst lesen im Antlitz eines Menschen -
doch das wichtigste von allem,
nämlich die Hoffnung
bleibt unsichtbar für den Betrachter.

Das, was uns trägt,
was uns dazu bringt, es wieder zu versuchen,
anzurennen gegen Mauern,
bleibt verborgen dem beiläufigen Blick.

In meinen Gezeiten
nimmt der Mond zu. Mein Meer brandet gegen die Gestade
und meine Hoffnung wird gestärkt.
Sie  wird mich tragen, wenn die Gezeiten wechseln.

Nur das Leben
hat sich ins Gesicht gegraben.
Aber Hoffnung bleibt unsichtbar.

copyright by Birgit Dreiskemper, Nov. 2007